Änderung der Bezeichnung von Zementen mit NA Eigenschaft

Die bisherige, nationale Bezeichnung bei Zementen mit niedrigem wirksamem Alkaligehalt mit den Großbuchstaben „NA“ und die Kennzeichnung mit einem Ü-Zeichen entfallen.

Der Europäische Gerichtshof hat mit seinem Urteil vom 16. Oktober 2014 (Az. C-100/13) gegen Deutschland einzelne Regelungen in der Bauregelliste Teil B Teil1 als Verstoß gegen die europäische Richtlinie 89/106/EWG bewertet. Die CE-Kennzeichnung wurde geschaffen, um den freien Warenverkehr innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der darin befindlichen Europäischen Gemeinschaft (EG) zu gewährleisten.

Für die verschiedenen Bauprodukte sind im Rahmen der Umsetzung der Bauproduktenverordnung verschiede harmonisierte Normen veröffentlicht worden. Die Mitgliedsstaaten der EU sind verpflichtet, einer harmonisierten europäischen Norm ohne jede Änderung den Status einer nationalen Norm zu geben.
Sinngemäß heißt es in der Urteilsbegründung des EuGH, dass Bauprodukte, welche nach den europäisch harmonisierten Normen geprüft wurden, ohne weitere nationale Anforderungen (wie sie z.T. in den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen des DIBt gefordert sind) gehandelt und verwendet werden dürfen.
Wenn Deutschland weiterführende Anforderungen hat, müssen diese in die europäische Normungsarbeit eingebracht werden, anstatt diese in DIBt-Zulassungen oder anderen nationalen Regelwerken zu regeln.

Als wesentliche Konsequenz müssen NA-Zemente in Zukunft als Zemente nach EN 197-1 in Verkehr gebracht werden. Damit wird die bisherige Zementbezeichnung (z. B. „Hochofenzement DIN 1164 – CEM III/A 42,5 N – NA“) nicht mehr möglich sein. Der VDZ empfiehlt, stattdessen die Normbezeichnung nach EN 197-1 – ergänzt um die beiden Kleinbuchstaben „na“ in Klammern – zu verwenden. Gemäß Norm sind nur Kleinbuchstaben erlaubt, aber der Bezug zur „NA-Eigenschaft“ wird deutlich.

Eine zukünftige Zementbezeichnung wäre also beispielsweise „Hochofenzement EN 197-1 – CEM III/A 42,5 N (na)“.

Da es seitens der Behörden bislang keine Information gibt, in welcher Form zukünftig Nachweise zur NA-Eigenschaft zu führen sind, setzt das Zementwerk Berlin folgende Schritte um:

  • Die Zementbezeichnungen werden wie oben beschrieben geändert.
  • Das Ü-Zeichen wird nicht mehr verwendet, auf Lieferdokumenten und Säcken wird die CE-Kennzeichnung angebracht.
  • Die alten Übereinstimmungszertifikate können solange weiter verwendet werden, bis neue Zertifikate vorliegen.
  • Die PÜZ-Stelle unseres Fremdüberwachers wird neue Zertifikate der Leistungsbeständigkeit nach EN 197-1 ausstellen. Diese Zertifikate werden neue Zertifikatsnummern enthalten.
  • Für die Zemente mit neuer Bezeichnung werden dann Leistungserklärungen (ohne Angaben zum Alkaligehalt) erstellt.
  • Eigenüberwachung und Fremdüberwachung werden weiterhin entsprechend der bisherigen Vorgehensweise fortgeführt. Die PÜZ-Stelle wird zusätzliche privatrechtliche Produktzertifikate für (na)-Zemente ausstellen und versenden.
    Mit diesen Produktzertifikaten wird bestätigt, dass der Zement die technischen Anforderungen der weiterhin gültigen DIN 1164-10 erfüllt und von der PÜZ-Stelle entsprechend überwacht wird.
  • In freiwilligen Herstellerangaben dokumentieren wir, dass der (na)-Zement weiterhin die technischen Anforderungen der DIN 1164-10 erfüllt und außerdem wie bisher entsprechend überwacht und auf privatrechtlicher Basis zertifiziert wird.